„Mekkas der Moderne“ auch in Österreich in der Endrunde als Buch des Jahres. Jetzt entscheiden die Leser.

„Mekkas der Moderne“ hat auf die Shortlist zum Wissenschaftsbuch des Jahres in Österreich geschafft. Die Jury hat im Auftag des österreichischen Wissenschaftsministeriums die besten Bücher des Jahres vorausgewählt, schreibt der Standard aus Wien. Nun entscheiden die Leser darüber, wer den Publikumspreis gewinnt.

Die Jury schreibt über „Mekkas der Moderne“, das Internet-Salonspiel, aus dem ein Buch hervorging: „Wer nun Lust bekommt auf neue Orte oder Zweifel und Einspruch deponieren möchte, findet im Internet den richtigen Platz dafür, wo auch dieses Buch seinen Ursprung hatte unter http://www.mekkasdermoderne.de.“

Nun können die Leser abstimmen bis Sonntagnacht unter www.wissenschaftsbuch.at

Eine kleine Besonderheit in diesem Jahr: Zwei Brüder sind mit unterschiedlichen Büchern vertreten. Während Alexander Nützel in „Mekkas der Moderne“ mit einem Kapitel über Paläontologie in China vertreten ist (Kategorie Geisteswissenschaft), tritt sein Bruder Nikolaus Nützel mit dem Buch „7 Wege, reich zu werden – 7 Wege, arm zu werden“ an, allerdings in einer anderen Kategorie (Jugendbücher). Ist die Nützel-Sippe vielleicht noch in weiteren Büchern vertreten, die beim Wettbewerb antreten?

Alexander Nützel, Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und GeologieNikolaus Nützel, Autor

Hier die offizielle Meldung

Beschreibung des Buches auf http://www.wissenschaftsbuch.at:  „Wer nun Lust bekommt auf neue Orte oder Zweifel und Einspruch deponieren möchte, findet im Internet den richtigen Platz dafür, wo auch dieses Buch seinen Ursprung hatte“

“Ein Salonspiel war nach Auskunft der Herausgeber Anlass für dieses Buch. Forscher, Schriftsteller und Journalisten diskutierten via Chat, Skype und Online-Foren über mögliche Pilgerstätten der Wissenschaft. Wo wurde etwas entdeckt, erforscht, erstmals beschrieben? Zählen die Galápagos Inseln dazu, die für Darwin den Anstoß zu seiner Evolutionstheorie boten? War es das Kloster San Millán de la Cogolla, wo ein unbekannter Mönch den „Glosas Emilianenses“ geschaffen hat, das früheste schriftliche Zeugnis des Spanischen? Das Bauhaus in Dessau, die Bibliothek von Alexandria oder Kiriwina, die größte der Trobriander Inseln könnten weitere Orte sein. Auf Kiriwina begann Bronislaw Malinowski seine große sozialanthropologische Studie. Auf allen Kontinenten, in Metropolen genauso wie in entlegenen Regionen lässt sich der Weg der Wissenschaft verfolgen. Man kann auf Philosophenpfaden um die Welt ziehen oder den Warenkreislauf von Basel bis Dubai studieren. Wer nicht die zentralen Routen bevorzugt zu deren Fixpunkten etwa Weimar, Brasilia oder Wien zählen, kann sich auf protomoderne Schleichpfade machen und Abstecher nach Wittenberg, Bologna oder Mali wagen. Wissenschaft ist vielfältig, abwechslungsreich und spannend und findet an den ungewöhnlichsten Orten statt.  Ein breites Spektrum wurde in diesem Projekt verfolgt, an dem eine Reihe von Autoren mitarbeitete, wie Gundolf S. Freyermuth, Peter Glaser, Ulrich Ladurner, Uwe Wesel oder Irenäus Eibel-Eibesfeldt und Ernst Peter Fischer. 65 Orte wurden bereist und beschrieben. Doch das Projekt ist noch nicht zu Ende, denn einige Orte stehen im Widerspruch zueinander, wie die Herausgeber einräumen und als Beispiel die Fundorte des ältesten Gesteins der Erde anführen. Manche vermuten es nämlich in Grönland, andere in Australien und wieder andere tippen auf Kanada. Auch sind die Orte der Wissenschaft nicht limitiert. Neue Regionen können hinzukommen, da sich ein eurozentrischer Ansatz überlebt hat. Doch nicht nur die Orte auch der Begriff „Moderne“ sollte vielleicht im Plural geführt werden, hat sie doch ein anderes Bild etwa in China oder in arabischen Ländern. Wer nun Lust bekommt auf neue Orte oder Zweifel und Einspruch deponieren möchte, findet im Internet den richtigen Platz dafür, wo auch dieses Buch seinen Ursprung hatte unter http://www.mekkasdermoderne.de”

* * *

Hier ein paar Zitate aus dem Buch:

Abwärts, über hundert Meter hinab in einem Schacht, so tief wie 40 Stockwerke. Ich schlucke gegen den Druck auf den Ohren, als säße ich in einer Seilbahn. Unten angekommen, verschlägt es mir den Atem, ich stehe in einer Halle, in der mehrere Häuser Platz hätten. Vor mir, über mir ein Koloss aus Metall, ein riesiger Detektor, so schwer wie 12.000 Autos. Ich bin zum ersten Mal angekommen in einer der unterirdischen Experimentierhallen am Forschungszentrum Cern.

-Das Cern bei Genf: Eine Kathedrale der Physik

Üppiges Dschungel-Grün. Eine helle Kirche. Herab gefallene Kokosnüsse. Wieder eine Kirche. Eine Fale, eines der luftigen, allseitig offenen Wohnhäuser. Keine weggeworfenen Dosen. Kein wehendes Altpapier. Kein Schmutz. Der Fahrer telefoniert leise. Es klingt, als ob er singt. Jedes Wort im Samoanischen endet auf einen Vokal, und es erscheint absolut unmöglich, in dieser Sprache Beschimpfungen oder Aggressionen zu formulieren. Bilder und Töne fügen sich zu einem Film. Er sagt: Gute Menschen. Heile Welt.

-Samoa: Der Traum vom glücklichen Wilden

Jeden Donnerstag um fünf treffen sich die Achtzehn. Man redet sich mit förmlichen Titeln an, was in Schweden beinahe komisch wirkt. Es herrschen feste Sitzordnung und strenges Protokoll. Jeder Beschluss wird vom Direktor mit dem Schlag eines Silberhämmerchens besiegelt, in dessen Griff der Wahlspruch der Akademie eingraviert ist: Snille och Smak, Geist und Geschmack.

-Nobelpreiskomitee, Stockholm: Mythos und Narrenspiel

Schaudern überrieselt uns, wenn wir die Hand auf die Kalkbank Nummer 27 legen: Stirb und werde. Der Ringfinger liegt auf dem Perm und damit dem Paläozoikum, mit seinen fremdartigen Urahnen, den Riesenlibellen und säugetierähnlichen Reptilien. Der Mittelfinger berührt bereits das Erdmittelalter, und damit die Zeit unserer näheren Verwandten. Dazwischen, nur einen Millimeter breit, die Spur des größten Massensterbens der Erdgeschichte. Et in Arcadia ego, so lautete an antiken Grabstätten die Inschrift  eine Mahnung an die Lebenden, dass auch sie einst sterben müssen.

-The Golden Spike, Meishan: Die Zeit festnageln

Die ersten Schritte in der Antarktis: So hell, so kalt, so unvergleichlich ist dieser erste Moment, dass der Geist versucht, die Situation zu begreifen. Zunächst einmal ohne Erfolg.

-Antarktis: Flucht ins Eis

* * *

Zur Abstimmung geht es hier:  www.wissenschaftsbuch.at

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Hier die Originalmeldung:

Wahl zum Wissenschaftsbuch des Jahres beginnt

Aktion des Wissenschaftsministeriums gemeinsam mit dem Verlag Buchkultur. Publikumsvoting startet am 15. November .

21 Bücher in 4 Kategorien stehen zur Wahl

 Wien (OTS) - Die Wahl zum Wissenschaftsbuch des Jahres beginnt -
ab kommendem Montag haben Leser/innen und Interessierte wieder die
Möglichkeit, "ihr" Wissenschaftsbuch des Jahres zu wählen. Bei der
gemeinsamen Aktion des Wissenschaftsministeriums gemeinsam mit dem
Verlag Buchkultur stehen auch heuer wieder 21 Bücher in vier
Kategorien zur Wahl. "Die Leserinnen und Leser können bei der Wahl
zum Wissenschaftsbuch des Jahres ihren Wissendurst stillen, die Welt
der Forschung entdecken und mit ihrer Stimmabgabe auch spannende
Sachpreise gewinnen", lädt Wissenschafts- und Forschungsministerin
Dr. Beatrix Karl zum Voting ein.

"Substanzen. Klimaschock. Tiefsee. Wissenschaftslüge. Die Welt in
anderen Sprachen. Der Sinn des Gebens. Von den Sternen bis zum Tau" -
Das sind nur einige Schlagworte aus den spannenden
Wissenschaftsbüchern, die heuer für die Leserinnen und Leser zur Wahl
stehen. Aus Sicht des Wissenschaftsministeriums ist es zentral, dass
Leistungen in Wissenschaft und Forschung verstärkt in die
Öffentlichkeit transportiert werden, um das Verständnis vor allem
junger Menschen für ihren gesamtgesellschaftlichen Nutzen zu stärken.
Aus diesem Grund haben der österreichische Buchhandel und das
Wissenschaftsministerium vor drei Jahren die "Wahl zum
Wissenschaftsbuch des Jahres" aus der Taufe gehoben. 

Das wissenschaftliche Buch steht heute genauso auf den
Bestsellerlisten wie jene anderer Genres auch. Und es ist längst um
viele Dimensionen vielfältiger und reicher geworden. Dem großen
Interesse des Publikums auch angesichts der Verkaufszahlen im
Buchhandel folgend (immerhin ist jeder zehnte verkaufte Titel in
Österreich ein Sachbuch), startet das Bundesministerium für
Wissenschaft und Forschung daher auch heuer wieder gemeinsam mit dem
Projektpartner "Buchkultur" die Wahl zum Wissenschaftsbuch des
Jahres. "Wissenschaft und Forschung sind oft viel spannender als
jeder Krimi und immer mehr Autorinnen und Autoren steigen in diese
spezielle Gattung des Wissenschaftsbuches ein", so Beatrix Karl.

Eine ausgewählte Fachjury hat eine profunde Vorauswahl getroffen. Den
Jurymitgliedern, heuer unter dem Vorsitz von Gabriele Zuna-Kratky,
gilt ein besonderer Dank. "Die Jury hat sich intensiv mit den
zahlreichen Büchern beschäftigt, nur dank ihrer Expertise können wir
diese tolle Auswahl an Wissenschaftsbüchern präsentieren", bedankt
sich die Wissenschaftsministerin.

Ab kommendem Montag, den 15. November 2010, bis zum 10. Jänner 2011
ist das Publikum aufgerufen, im Buchhandel, in Bibliotheken oder im
Internet unter www.wissenschaftsbuch.at die besten Bücher in vier
Kategorien zu küren:


Kategorie 1: Naturwissenschaft / Technik

Floris Cohen: Die zweite Erschaffung der Welt. Wie die moderne
Naturwissenschaft entstand. (Campus)
Christian Mähr: Von Alkohol bis Zucker. Zwölf Substanzen, die die
Welt veränderten. (DuMont)
Günther Michler (Hg.): Klimaschock. Ursachen Auswirkungen Prognosen.
(h.f.ullmann)
Paul Murdin: Die Kartenmacher. Der Wettstreit um die Vermessung der
Welt. (Artemis & Winkler)
Sarah Zierul: Der Kampf um die Tiefsee. Wettlauf um die Rohstoffe der
Erde. (Hoffmann und Campe)

Kategorie 2: Medizin/Biologie

Ben Goldacre: Die Wissenschaftslüge. Die pseudo-wissenschaftlichen
Versprechungen von Medizin, Homöopathie Pharma und Kosmetikindustrie.
(Fischer Taschenbuch)
Stefan Klein: Der Sinn des Gebens. Warum Selbstlosigkeit in der
Evolution siegt und wir mit Egoismus nicht weiterkommen. (S.Fischer)
Jonah Lehrer: Prousts Madeleine. Hirnforschung für Kreative. (Piper)
Dagmar Röhrlich: Tiefsee. Von schwarzen Rauchern und blinkenden
Fischen. (Mare)
Hanna Zeckau, Hanns Zischler: Der Schmetterlingskoffer. Die
tropischen Expeditionen von Arnold Schultze. (Galiani)

Kategorie 3: Geistes-/Sozial-/Kulturwissenschaft

Christian Adam: Lesen unter Hitler. Autoren, Bestseller, Leser im
Dritten Reich. (Galiani)
Barbara Beuys: Sophie Scholl. Biographie. (Hanser)
Guy Deutscher: Im Spiegel der Sprache. Warum die Welt in anderen
Sprachen anders aussieht. (C. H. Beck)
Hilmar Schmundt, Milos Vec, Hildegard Westphal: Mekkas der Moderne.
Pilgerstätten der Wissensgesellschaft. (Böhlau) 
Francois Walter: Katastrophen. Eine Kulturgeschichte vom 16. Bis ins
21. Jahrhundert. (Reclam)

Kategorie 4: Junior Wissensbücher bis 10

Viviane König: Die Götter und Helden im alten Griechenland.
(Knesebeck)
Aleksandra Machowiak, Daniel Mizielinski: Treppe, Fenster, Klo. Die
ungewöhnlichsten Häuser der Welt. (Moritz)
Alesandra Maxeiner, Anke Kuhl: Alles Familie! Vom Kind der neuen
Freundin vom Bruder von Papas früherer Frau und anderen Verwandten.
(Klett Kinderbuch)

Junior Wissensbücher ab 10

Charlotte Kerner (Hg.): Die fantastischen 6. (Beltz & Gelberg)
Nikolaus Nützel: 7 Wege reich zu werden - 7 Wege arm zu werden. Das
etwas andere Buch über Wirtschaft. (Cbj)
Jens Soentgen: Von den Sternen bis zum Tau. Eine Entdeckungsreise
durch die Natur. Mit 120 Phänomenen und Experimenten. (Peter Hammer)

Details zur Aktion finden Sie unter www.wissenschaftsbuch.at

Rückfragehinweis:

   Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
   Minoritenplatz 5, 1014 Wien
   Presse: Mag. Elisabeth Grabenweger
   Tel.: +43 1 531 20-9014
   elisabeth.grabenweger@bmwf.gv.at
   www.bmwf.gv.at

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