Archiv der Kategorie: Gipfelrouten – Erhoben und Erhaben

спасибо Gagarin, До свидания, Baikonur

Vor 50 Jahren erreichte der russische Jagdflieger Juri Gagarin als erster Mensch das Weltall. Der Jahrestag markiert einen Umbruch in der Raumfahrtgeschichte. Baikonur erfindet sich neu und orientiert sich folgerichtig am Westen – bei Cape Canaveral.

Ein Ortsbesuch von Hilmar Schmundt (Text und Fotos)

Die Steppe schweigt, still liegt die endlose Weite im Mondlicht, ein Ozean aus Sand und Gras, der traumlos schläft. Drei Uhr nachts. Nebelschwaden ziehen über den kasachischen Boden. Plötzlich ein lautes Donnern und Krachen, als würde ein Riese einen Theatervorhang zerfetzen. Ein schmerzhaft heller Lichtpunkt bohrt sich durch den Dunst. »Go, Proton, go!«, ruft Frank McKenna, der gemeinsam mit einer Delegation aus dem Westen auf der Observationsterrasse des »Klub Proton« steht. Proton, so heißt die Rakete, die sich über Startrampe Nummer 39 träge in den Nachthimmel zwischen China und Russland schiebt, betankt mit über 500 Tonnen hochexplosivem Treibstoff.


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„Geo Special“ über Tibet: „Licht des Fortschritts“

Fotos: Boris Joseph, Geo Special

„Der Fortschritt ist ein Zug“, schreibt der Autor Jörg-Uwe Albig im Sonderheft „Geo Special Himalaya„: „Seit 2006 verbindet er Beijing mit Tibets Hauptstadt Lhasa, hat Tibet billiges Mehl gebracht und ein Handelswachstum von 75 Prozent in den ersten zehn Monaten. Doch er bringt auch Chinesen mit, Hunderttausende. Weit aus mehr als die, die nach dem Einmarsch 1951 Straßen errichtet haben, Schulen und Krankenhäuser. Die später auch ihre Supermärkte und Hotels bauten, ihre Modegeschäfte und Banken.“

Albig erzählt von Konflikt und Verwerfungen zwischen Tradition und Moderne: „Immerfort leuchtet (…) das Licht des Fortschritts, als wäre es nie gedämpft worden. Das Blinken des Mobilfunkturms auf dem heiligen Berg Jakpori, einst Sitz des astrologischen Instituts; das Neonlicht der Ladenpassagen, Autohäuser und Fastfood-Ketten; die sonnige Welt des Weiterlesen

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Der Klima-Gipfel: Mauna Loa und die Geburt der Keeling-Kurve

Der wichtigste Klimagipfel der Welt ereignet sich nicht in Cancún, sondern auf Hawaii, und das seit 52 Jahren. Es ist der Mauna Loa, auf dessen Gipfel die sogenannte „Keeling-Kurve“ gemessen und erstellt wird, welche die Klimaerwärmung belegt. Christopher Schrader, Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung, schreibt in seinem Buchkapitel in „Mekkas der Moderne“:

Was sein Vater Wichtiges tat, wurde dem Sohn erst im Lauf der Zeit klar. Als er ungefähr zehn Jahre alt war, wusste er nur, dass sein Vater „irgendwas mit der Luft maß“. Darüber wunderte sich der Junge, der wusste, dass der Vater an einem ozeanografischen und nicht an einem Atmosphären-Institut arbeitete. Doch seine Liebe zur Wissenschaft wuchs an solchen Rätseln, sodass er bald ein ähnliches Fach wie der Vater studierte.

Dann wagte sich Ralph Keeling sogar an eine komplementäre Messung: die des Sauerstoffs in der Luft. Das verschlug ihn schließlich an das gleiche Institut wie seinen Vater; die Stelle, so erzählt er, habe er eher trotz als wegen der Verwandtschaft akzeptiert. Und weil er nun dort war und etwas Ähnliches machte, übernahm er schließlich das CO2-Programm auf dem Mauna Loa, als sein Vater starb. Diese Erbfolge ist in der Wissenschaft eher selten.“

Das gesamte Buckapitel ist nachzulesen in der Onlinezeitschrift „Telepolis“.

Der Mauna Loa ist nicht der einzige Klima-Gipfel. Das Matterhorn ist ein weiterer. Anlässlich seiner Besteigungsversuche entwarf John Tyndall, einer der Urväter der Klimaforschung, um 1860 herum die Theorie der Erderwärmung und Erdabkühlung. Seine größte Angst galt einer neuen Eiszeit, ein Tempeatursturz, den er nicht nur in der Atmosphäre, sondern auch in der Gesellschaft zu erkennen glaubte, nachdem der Glaube immer weiter entzaubert wurde. Das Buchkapitel über den Klima-Gipfel Matterhorn lässt sich hier nachlesen.

Eine Mitteilung in eigener Sache: „Mekkas der Moderne“ ist als „Wissenschaftsbuch des Jahres“ nominiert. Nun stimmen die Leser ab. Und zwar hier.

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Das Matterhorn: Gipfel der Klimaforschung

Im Auszug aus einem Buchkapitel erzählt Hilmar Schmundt in Text und Film, wie einst der führende Klimaforscher seiner Zeit an einem Duell der Extrembergsteiger teilnahm. Und unterlag. John Tyndall beschrieb den Treibhauseffekt. Er befürchtete einen physischen und metaphysischen Temperatursturz durch die Abkehr von der organisierten Religion.

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Das Extremely Large Telescope: Neues Auge ins All

Bis 2018 soll das größte Teleskop der Welt namens European Extremely Large Telescope (E-ELT) gebaut werden auf dem Berg Cerro Amazones in der Atacama-Wüste in Chile. Dirk H. Lorenzen berichtet Weiterlesen

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Schleichwege: Reiserouten zu Orten des Wissens

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