China ist in der Moderne angekommen

Auszug aus einem Artikel von Tilman Spengler in „Cicero“:

„Der Aufstieg der Volksrepublik scheint unaufhaltsam. Trotz Menschenrechtsverletzungen, Machtkämpfen und Korruption behauptet sich das kommunistische Regime. Zynisch gesagt: Es ist so normal wie die meisten anderen Regierungen.

(….)

„Die sind so ruppig geworden, diese Chinesen“, maulen Wirtschaftler, Korrespondenten, Außenpolitiker, Kulturbeamte, wenn sie in jüngster Zeit nach ihren Erfahrungen im Umgang mit den Vertretern der neuen Weltmacht befragt werden. Die meisten maulen nicht völlig ohne Grund.

Denn plötzlich führen diese Chinesen sich auf, wie die meisten anderen sich aufführen in unserer Weltgemeinschaft. Sie unterhalten heimliche Staats- oder Foltergefängnisse, sie brechen Verträge und lügen in aller Öffentlichkeit, sie verpesten die Umwelt, horten heimliche und öffentliche Devisen, überziehen das Land mit Abhöranlagen, missachten die Rechte des Bürgers, respektieren nicht einmal die grundsätzlichen Forderungen der Französischen Revolution, die wir doch so dringend benötigten, um unsere Menschenrechte zu legitimieren.
Anders gesagt: Die Chinesen sind in der Moderne angekommen, und vielleicht ist es das, was uns am meisten nervös macht – in unserer eigenen Blase der Selbstgerechtigkeit und aufgeklärten Selbstüberschätzung. Von all den anderen Blasen ganz abgesehen.

http://www.cicero.de/97.php?ress_id=1&item=4775

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