„Agora“ und die Folgen

Der Sandalenfilm „Agora“ schildert in glühenden Farben den späten Höhepunkt einer fast schon protomodern wirkenden Wissens-Kultur in Alexandria, die von Fundamentalisten bedroht wird. Und zwar um das Jahr 400 herum. Christliche Eiferer steckten die legendäre Bibliothek in Brand. Doch heute wird die antike Aufkärung von einst fortgesetzt, beschreibt Bernd Musa in einem Kapitel in „Mekkas der Moderne“ über die neue Bibliothek von Alexandria:

Ägyptens First Lady Suzanne Mubarak ist Schirmherrin der Bibliothek. Sie spricht von einer »Universität, die ohne Wände, Bürokratie und Examen auskommt«. Sie preist die neue Bibliothek von Alexandria als ein Symbol der Aufklärung: »Ein Leuchtturm für Kultur und Wissenschaft«.

In die Granitwände des 2002 eröffneten Rundbaus sind meterhohe Buchstaben und Zahlen aus allen Sprachen der Welt gemeißelt. Das schräge Flachdach besteht aus Glas und Aluminium. Die in der Sonne glänzende Scheibe mit ihren 160 Metern Durchmesser neigt sich dem Mittelmeer zu. Direkt unter dem Sonnendach befindet sich das Prunkstück der Bibliothek: der Lesesaal. Er darf sich mit seinen 18.000 Quadratmetern der weltgrößte nennen. Das wirklich Faszinierende aber ist seine stufenförmige Anordnung. Eine Terrassenlandschaft, ein ganzer Bildungskosmos auf elf Ebenen. Sie reihen sich aneinander und schieben sich ineinander, offen und gleichzeitig miteinander verbunden. Eine Kaskade aus Glas, Holz und Metall. Etwa zehn Millionen Bücher auf 250.000 Regalmetern, 2000 Arbeitsplätze für Besucher, überall High-Tech.“

(HS)

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Eingeordnet unter Aufbruch, Freistil

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