Worum geht es in dem Buch?

Wo wird die Moderne erlebbar? Wie reagieren Besucher auf Orte des Aufbruchs und des Wissens? Was fasziniert auf Galápagos, in der Antarktis, im CERN? Der Sammelband ist eine Heimatkunde der globalisierten Welt, eine Spurensuche an Orten der Wissensgesellschaft, die einlädt zum Mitreisen per Flugzeug, zu Fuß oder auf dem Sofa.

In über fünfzig Kapiteln führen bekannte Schriftsteller, Forscher und Journalisten quer durch den Kosmos der globalisierten Wissens- gesellschaft. Sie laden ein zum Entdecken und Genießen, zum Nachreisen oder Querlesen. Zum Mitdenken, zum Widerspruch und zu der Frage: Was wären denn eigentlich meine ganz persönlichen Mekkas der Moderne?

Mit Beiträgen von Irenäus Eibl-Eibesfeld, Peter Glaser, Steve Wozniak, Harald Lesch, Jürgen Kaube, Ernst Peter Fischer, Ilija Trojanow, Wilfried F. Schoeller, David Wagner, Jakob Strobel y Serra, Uwe Wesel, Michael Rutschky und anderen.

Eine Publikation der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina

Zitate aus dem Buch

 

Abwärts, über hundert Meter hinab in einem Schacht, so tief wie 40 Stockwerke. Ich schlucke gegen den Druck auf den Ohren, als säße ich in einer Seilbahn. Unten angekommen, verschlägt es mir den Atem, ich stehe in einer Halle, in der mehrere Häuser Platz hätten. Vor mir, über mir ein Koloss aus Metall, ein riesiger Detektor, so schwer wie 12.000 Autos. Ich bin zum ersten Mal angekommen in einer der unterirdischen Experimentierhallen am Forschungszentrum Cern.

-Das Cern bei Genf: Eine Kathedrale der Physik


Üppiges Dschungel-Grün. Eine helle Kirche. Herab gefallene Kokosnüsse. Wieder eine Kirche. Eine Fale, eines der luftigen, allseitig offenen Wohnhäuser. Keine weggeworfenen Dosen. Kein wehendes Altpapier. Kein Schmutz. Der Fahrer telefoniert leise. Es klingt, als ob er singt. Jedes Wort im Samoanischen endet auf einen Vokal, und es erscheint absolut unmöglich, in dieser Sprache Beschimpfungen oder Aggressionen zu formulieren. Bilder und Töne fügen sich zu einem Film. Er sagt: Gute Menschen. Heile Welt.

-Samoa: Der Traum vom glücklichen Wilden


Jeden Donnerstag um fünf treffen sich die Achtzehn. Man redet sich mit förmlichen Titeln an, was in Schweden beinahe komisch wirkt. Es herrschen feste Sitzordnung und strenges Protokoll. Jeder Beschluss wird vom Direktor mit dem Schlag eines Silberhämmerchens besiegelt, in dessen Griff der Wahlspruch der Akademie eingraviert ist: „Snille och Smak“, Geist und Geschmack.

-Nobelpreiskomitee, Stockholm: Mythos und Narrenspiel

Schaudern überrieselt uns, wenn wir die Hand auf die Kalkbank Nummer 27 legen: Stirb und werde. Der Ringfinger liegt auf dem Perm und damit dem Paläozoikum, mit seinen fremdartigen Urahnen, den Riesenlibellen und säugetierähnlichen Reptilien. Der Mittelfinger berührt bereits das Erdmittelalter, und damit die Zeit unserer näheren Verwandten. Dazwischen, nur einen Millimeter breit, die Spur des größten Massensterbens der Erdgeschichte. „Et in Arcadia ego“, so lautete an antiken Grabstätten die Inschrift – eine Mahnung an die Lebenden, dass auch sie einst sterben müssen.

-The Golden Spike, Meishan: Die Zeit festnageln

Die ersten Schritte in der Antarktis: So hell, so kalt, so unvergleichlich ist dieser erste Moment, dass der Geist versucht, die Situation zu begreifen. Zunächst einmal ohne Erfolg.

-Antarktis: Flucht ins Eis

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